2. Die drei ICH-Zustände (TA)
🟢 Basics
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Die ICH-Zustände (Transaktionsanalyse)
Die Ich-Zustände (das Eltern-Ich, das Erwachsenen-Ich und das Kind-Ich) in der Transaktionsanalyse nach Eric Berne sind drei prägende Persönlichkeitsanteile, die bestimmen, wie wir denken, fühlen und uns verhalten. Sie dienen als Diagnose- und Kommunikationswerkzeug. Sie können dabei helfen, das eigene Verhalten sowie die Interaktion mit anderen besser zu verstehen. Dadurch können Sie Konflikte in der Partnerschaft oder im Beruf analysieren, Missverständnisse vermeiden und gezielt in eine konstruktivere Kommunikation wechseln.
Jeder Mensch verhält sich durch die Zeit nicht konsistent, ist einmal so und verhält sich das andere mal so. Dabei geht es hier nicht um verschiedene Stimmungslagen, aus den wir unterschiedlich heraus reagieren, sondern vielmehr - laut der Transaktionsanalyse (TA) - um grundsätzliche Persönlichkeitselemente in uns - den sog. Ich-Zuständen.
Der gleiche Mensch kann z.B. ..
-
... nachmittags um 14.00 Uhr der/die strenge und allmächtige Vorstandsvorsitzende sein._
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... um 18.00 Uhr mit erhobenem Zeigefinger ihren/seinen Sohn maßregeln.
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... um 21.00 Uhr in geselliger Runde mit kindlichem Vergnügen über einen anzüglichen Witz lachen.
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... um 23.00 Uhr ein/e stürmische/r oder zärtliche/r LiebhaberIN sein.
Die TA geht davon aus, daß dies weder mit bestimmten Stimmungslagen noch mit einem bestimmten Kontext, in dem wir uns befinden, zu tun hat. Vielmehr - so die Theorie - sind in jedem von uns drei Grundtypen von Ich-Zuständen vorhanden, die in unterschiedlichem Kontext unterschiedlich dominieren.
Der Wandel von einem dieser „Selbst-e“ in ein anderes „Selbst“ geht mit einer totalen Veränderung von Mimik, Gestik, Vokabular und Körperhaltung einher.
Ich-Zustände sind kohärente Gedanken- und Gefühlssysteme, die durch entsprechende Verhaltensmuster zum Ausdruck gebracht werden.
- Eric Berne (Was sagen Sie nachdem Sie ‚Guten Tag‘ gesagt haben.)
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1. Der Kind-Ich-Zustand (K)
Der „Kind-Ich-Zustand“ (vereinfacht: Kind-Ich oder einfach das K) ist im wesentlichen ein aus unserer Kindheit beibehaltenes Verhaltensmuster, das sich im Laufe unseres Lebens immer wieder als das bekannte „Kind im Manne“ (in der Frau) kundtut.
Im K denken, fühlen und handeln wir genauso, wie wir es in unserer Kindheit getan haben.
Ein guter Studienplatz dafür ist jeder Besuch in einem vollbesetzten Fußballstadion. Hier erleben Sie hautnah die verschiedensten Ausdrücke von überschäumender Freude, von Wut und Ärger, Enttäuschung und Begeisterung. Wenn wir im K sind, spielen, lachen, weinen, tanzen oder singen wir, empfinden aber auch tiefen Schmerz, Trauer und Angst, Eifersucht und Neid, Sehnsucht und (das wohl größte Gefühl) Liebe in all ihren Schattierungen.
Und zwar - völlig ungefiltert - von Ratio und Vernunft.
In der Praxis hat es sich als nützlich erwiesen, jeden einzelnen der drei Ich-Zustände nochmals zu unterteilen. Das Kindheits-Ich wird unterteilt
- in das angepaßte K (aK)
- in das rebellische K (rK)
- das freie oder natürliche K (fK).
a) Das angepaßte K (aK)
Das angepasste Kind entwickelt sich als Reaktion auf die Erziehung und die Erwartungen der Umwelt, um Schutz und Anerkennung zu erhalten,.
- Merkmale: Es ist geprägt durch Gehorsam, Höflichkeit und das Bestreben, es anderen recht zu machen,.
- Verhalten: Typische Verhaltensweisen sind Sich-benehmen, Sich-schuldig-fühlen, Schmollen oder die Übernahme von elterlichen Lebensregeln,.
- Motivation: Der Ursprung liegt oft in der Erfahrung, dass Autonomie zugunsten von elterlichem Schutz aufgegeben wurde, was häufig mit der Überzeugung „Ich bin nicht o.k.“ einhergeht,.
Frau K., 34, Sachbearbeiterin, sitzt im wöchentlichen Team-Meeting. Ihr Vorgesetzter kritisiert einen Fehler in ihrem letzten Bericht – sachlich und eher beiläufig.
Frau K. wird sofort rot, senkt den Blick und murmelt: „Tut mir leid, das wird nicht wieder vorkommen." Innerlich denkt sie: „Ich mach immer alles falsch. Die anderen merken bestimmt, wie unfähig ich bin." Den Rest des Meetings sagt sie kein Wort mehr, obwohl sie eigentlich eine gute Idee zum besprochenen Thema hätte einbringen können.
Nach dem Meeting, auf dem Flur, schmollt sie gegenüber einer Kollegin: „Der hat's ja wieder nötig, mich vor allen bloßzustellen." Sie fühlt sich tagelang „schlecht" und traut sich beim nächsten Bericht kaum noch, eigene Entscheidungen zu treffen – sie fragt lieber dreimal nach, bevor sie etwas abschickt.
b) Das rebellische Kind-Ich (rK)
Obwohl das rebellische Kind oft als Gegenteil von Anpassung erscheint, wird es in der Transaktionsanalyse meist als eine Form der defensiven Anpassung betrachtet,.
- Merkmale: Es reagiert mit Widerstand, Trotz und Impulsivität gegen echte oder eingebildete Autoritäten,.
- Verhalten: Anstatt Forderungen einfach zu erfüllen, agiert es ohne Rücksicht auf Konsequenzen oder rebelliert aktiv gegen Situationen,.
- Zusammenhang: Es ist immer noch an den äußeren Reiz (die elterliche Erwartung) gebunden, reagiert jedoch mit Ablehnung statt mit Fügsamkeit.
Ausgangssituation wie gehabt: Herr M. kritisiert im Meeting sachlich einen Fehler in Frau K.s Bericht.
Frau K. spürt die Kritik wie einen Stich. Doch statt sich zu ducken, schlägt sie zurück – impulsiv, ohne nachzudenken: „Wissen Sie was, dann machen Sie den nächsten Bericht doch selbst!" Sie klappt ihren Laptop mit einem lauten Klacken zu. „Ich hab's so satt, dass hier ständig nur draufgehauen wird, egal was man macht." Sie steht auf, holt sich demonstrativ einen Kaffee – mitten im laufenden Meeting – und lässt die Tür etwas zu laut ins Schloss fallen.
c) Das freie K (fK)**
Das freie Kind (auch natürliches Kind genannt) repräsentiert den unbeeinflussten und authentischen Teil der Persönlichkeit,.
- Merkmale: Es ist die Quelle von Spontaneität, Kreativität, Neugier und unmittelbarem Gefühlsausdruck,.
- Verhalten: In diesem Zustand spielt, lacht, weint oder ärgert sich ein Mensch nach Lust und Laune, ohne sich um die Erwartungen von Autoritätspersonen zu scheren.
- Funktion: Es handelt nach dem Lustprinzip ("Ich will!") und drückt Gefühle offen und ungefiltert von Vernunft oder Moral aus,.
Frau K. sitzt im selben Team-Meeting. Ihr Vorgesetzter kritisiert den Fehler im Bericht – sachlich und beiläufig.
Frau K. lacht spontan auf: „Oh nein, das ist mir jetzt echt peinlich – aber ehrlich, ich hab das gestern Abend in Windeseile fertiggemacht, weil ich noch zum Yoga wollte!" Sie zuckt mit den Schultern, grinst und sagt: „Zeigen Sie mir nochmal genau, wo der Fehler ist? Sowas will ich nicht nochmal machen." Dann, ohne Umschweife, wirft sie spontan ihre eigene Idee zum besprochenen Thema in die Runde: „Übrigens, mir ist gerade was eingefallen – könnten wir nicht einfach...?"
Nach dem Meeting ist die Sache für sie erledigt. Sie denkt nicht mehr darüber nach, pfeift auf dem Flur vor sich hin und freut sich schon auf den Feierabend.
Zusammenfassung der Unterschiede
Der wesentliche Unterschied liegt im Grad der Autonomie und der Art der Reaktion auf die Umwelt: Während das freie Kind aus sich selbst heraus agiert und Freude, Angst oder Wut im „Hier und Jetzt“ erlebt, reagieren sowohl das angepasste als auch das rebellische Kind auf Regeln aus der Vergangenheit. Das angepasste Kind wählt dabei den Weg der Unterordnung (z. B. Gehorsam), während das rebellische Kind den Weg des Widerstands wählt (z. B. Trotz), wobei beide Zustände von der ursprünglichen Programmierung durch Bezugspersonen abhängig bleiben.
2. Das Eltern-Ich (EL)
Das Kind WILL; nun aber kommt die Umwelt und modifiziert sein Verhalten. Diese Umwelt programmiert das Gewissen, so daß wir später durch unsere „innere Stimme“ veranlaßt werden, uns „richtig“ zu verhalten.
Da diese Umwelt zuerst durch unsere Eltern repräsentiert wird, nannte Eric Berne diesen Teil der Persönlichkeit das „Eltern-Ich“.
Das (El) beinhaltet also:
- Ge- und Verbote
- die sogenannte Moral
- das sogenannte Gewissen
Aber auch:
- Vorurteile und
- alle starren inneren Einstellungen sowie
- von den Eltern übernommene Verhaltensweisen und Gewohnheiten.
(Unser (El) wird zuerst von den Eltern, später auch von anderen Personen, wie älteren Geschwistern, Großeltern und Lehrern geprägt. Der Einfachheit halber werden all diese Personen im (El)-Ich zusammengefaßt.)
Da kleine Kinder noch kein Reflektionsvermögen besitzen, also das was sie erleben nicht rational prüfen können, werden - nach der TA-Theorie- alle Verhaltensweisen wie auf einem Tonband in unserem Gehirn gespeichert.
Wenn wir im (El) sind, reagieren, sprechen, handeln, fühlen und denken wir also, wie es unserem Empfinden nach unsere Eltern getan haben, als wir selber noch klein waren.
Da das (El) sowohl positive als auch negative Aspekte beinhaltet, unterteilt Berne es in das liebevolle oder nährende (fEl) und in das kritische oder kontrollierende (kEl).
a) Das fürsorgliche Eltern-Ich (fEl)
Dem (n-El) kommen sämtliche Eigenschaften eines fürsorgenden Beschützers zu: Pflegen, Loben, Unterstützen, Helfen, Lehren, „Betüddeln“,... also bildlich alles, was eine Mutter mit ihrem Neugeborenen macht.
Statt die Kritik trocken und beiläufig hinzuwerfen, bemerkt der Vorgesetzte, Herr M., dass Frau K. bei dem Fehler im Bericht kurz zusammenzuckt. Er hält kurz inne und sagt mit ruhiger, warmer Stimme:
„Frau K., das ist überhaupt kein Drama – das kann jedem mal passieren, gerade wenn so viel gleichzeitig läuft wie bei Ihnen im Moment. Ich zeig's Ihnen kurz, dann haben Sie's für's nächste Mal. Ihre Berichte sind sonst wirklich sehr sorgfältig, das weiß ich zu schätzen." Er lächelt und legt kurz die Hand aufmunternd auf die Tischkante ihr gegenüber. „Kommen Sie danach kurz bei mir vorbei, falls noch was unklar ist – kein Stress."
b) Das kritische Eltern-Ich (k-El)
Vom (k-El) gehen diejenigen Eigenschaften aus, die wir gewöhnlich von strengen Autoritätspersonen her kennen: Kritisieren, Befehlen, Beherrschen, Tyrannisieren, Abwerten, Strafen, Kontrollieren, für-Ordnung-sorgen.
Es ist der Anteil, der uns im Alltag wohl mehr Probleme bereitet, weil er uns veranlaßt, uns selbst und anderen eine Menge zu verbieten: „Das macht man nicht! Das schickt sich nicht! Laß Dich nicht so hängen! Rote Krawatten trägt man nicht! Usw. usw.
Diese Art von elterlichen Aufzeichnungen verraten sich durch ihre universalgültige Art, in der man sie konstatiert, als gäbe es keinen Zweifel. Wenn man sie aber begründen soll, kann man keine rationalen Gründe finden, da man diese kritischen elterlichen Aufzeichnungen damals kritiklos und unreflektiert übernommen hat.
Wenn Sie es mit Menschen zu tun haben, die ständig solche (negativen) elterlichen Aufzeichnungen verlauten lassen, wissen Sie automatisch, daß der analytische Teil ihrer Persönlichkeit (das Erwachsenen-Ich) nicht besonders gut entwickelt ist. Solche Menschen erscheinen uns stur, besserwisserisch und kritikbereit, da sie alles, was nicht in ihr „Bild“ paßt, zuerst in Frage stellen. Seien Sie sich darüber im Klaren, daß jeder Versuch ihnen die „Realität“ näher zu bringen ebenfalls auf Abwehr stößt.
Ausgangssituation wie gehabt: Frau K. hat einen Fehler im Bericht gemacht.
Herr M. blättert demonstrativ in den Unterlagen, seine Stirn legt sich in Falten, der Zeigefinger hebt sich: „Frau K., das ist doch nicht Ihr Ernst. Das haben wir Ihnen schon beim letzten Mal gesagt – wie oft muss man Ihnen das eigentlich noch erklären?" Er seufzt hörbar und schüttelt den Kopf. „Also wirklich, das kann doch nicht so schwer sein. Andere kriegen das ja auch hin. Ich hoffe, das kommt jetzt nicht wieder vor." Er wendet sich bereits dem nächsten Tagesordnungspunkt zu, ohne eine Reaktion abzuwarten.
Wenn Sie also „elterlich“ handeln, wenn Sie väterliche Ratschläge oder mütterliche Fürsorge entwickeln, wenn Sie beraten, belehren, kritisieren, bemängeln, meckern, wenn Sie Vorurteile von sich geben oder jemandem Schutz und Geborgenheit geben, dann sind Sie im (El).
3. Das Erwachsenen-Ich (Er)
Das (Er) arbeitet wie ein Computer; mit ihm beobachten wir objektiv unsere Umgebung und wägen Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten auf Grund von früheren Erfahrungen ab.
Das (Er) stellt unseren leidenschaftslosen, fantasielosen und nüchternen Persönlichkeitsanteil dar, der mit den fünf Sinnen Informationen aus unserer Umgebung und uns selbst sammelt, sie nach einem logisch ablaufenden Programm bewertet und schließlich daraus Konsequenzen zieht.
Ohne das (Er) würde ein Mensch nie erwachsen werden. Sein (K) würde spielen, spontan sein, schmollen und trotzen. Vor allem aber würde es versuchen, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Sein (El) würde versuchen Althergebrachtes zu wiederholen und in Gewohnheiten zu ersticken.
Erst die Funktion des analytischen (Er) kann einem Menschen helfen, sich selbst aus seinen Erbanlagen und seiner Umweltprogrammierung heraus zu entwickeln - im Sinne eines “homo sapiens“.
Das Erwachsenen-Ich (Er) beinhaltet also:
- Das Denken, das Analysieren und den Intellekt
- Daten und Fakten analysieren
- Möglichkeiten errechnen und Schlüsse ziehen
Im Optimalfall werden Entscheidungen überwiegende vom Er beeinflußt.
Wenn Sie sich also „so objektiv wie möglich“ mit der Realität auseinander setzen, wenn Sie Informationen sammeln und bewerten, sind Sie in Ihrem (Er).
Eine einfache Metapher, sich diese grafisch dargestellten Ich-Zustände zu merken, ist eine Verkehrsampel:
| Rot: | Eltern-Ich | Wir müssen anhalten, dürfen auf keinen Fall weiter, es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu gehorchen, wenn auch oft zähneknirschend. |
| Gelb: | Erwachsenen-Ich | Erfordert: Achtsamkeit und Überlegung, was als nächstes zu tun ist und welcher Weg einzuschlagen ist. |
| Grün: | Kind-Ich | Freie Fahrt - natürlich im Rahmen des Möglichen |
B. Die Struktur-Analyse in der Alltags-Praxis
Wie wir unsere Ich-Zustände im Alltag gebrauchen, ohne groß darüber nachzudenken, zeigt folgendes Beispiel von Herrn U., der sich zusammen mit seiner Frau ein neues Auto (für sich) kaufen möchte.
| Sehr schnell findet er seinen „Traumwagen“ und sein freies Kind schwärmt voller Begeisterung von der tollen Farbe und den 280 PS. | Mann im Freien Kind |
| Seine recht nüchterne Frau informiert sich von ihrem (Er) über Preis, Benzinverbrauch und Wiederverkaufswert, mit dem Endergebnis, daß das Cabrio im Vergleich zum Gebrauchswert viel zu teuer ist. | Frau im Erwachsenen-Ich |
| Er sieht das zwar ein (Er), aber der Wunsch nach dem Wagen ist stärker (K). | Mann im (Er) und im (K) |
| Also fragt er seinen Vater um Rat. Dieser entrüstet sich (El), daß man doch nicht soviel Geld für ein Auto ausgeben könne. Er - der Vater- wisse da einen günstigen gebrauchten Kombi, der geradezu ideal wäre. | Vater im (El) |
| Nachdem Herr U´s freudiger Gesichtsausdruck sich nun in den eines gescholtenen Kindes verwandelt hat, kauft er schließlich den „günstigen“ Kombi (a-K) und gewöhnt sich allmählich an den Wagen. Doch (fast) jeden Morgen, wenn er die Garage öffnet, ärgert er sich über „seine“ Entscheidung (die ja nur ein Gehorchen des (a-K) war, und es bleibt ihm nichts weiter übrig, als von dem Traumcabrio weiter zu träumen oder seinen Ärger auf seine Frau oder seinen Vater zu übertragen. | Herr U. im (a-K) |
Jedem Ich-Zustand kommen unterschiedliche Aufgaben zu. Wenn diese jedoch ausgewechselt werden (wie bei Herrn U., der die seinem (Er) angemessene Entscheidung seinem (a-K) überläßt), kann es schnell zu unliebsamen Konsequenzen kommen - insbesondere im Gefühlsleben.
Das Kind in uns kann keine tragfähigen Entscheidungen treffen. Hätte Herr U. sein Traumcabrio gekauft, wäre er solange zufrieden gewesen, bis sein (Er) die Unzweckmäßigkeit erkannt hätte und sein (El) seinem Vater zugestimmt hätte.
Ein „gutes“ Auto wäre also das,
-
das vom praktischen Nutzen her dem (Er)
-
von der Tradition her dem (El)
-
und vom Geschmack her dem (K) Genüge getan hätte.
Ein weiteres Beispiel von mir persönlich...
Während ich dies für Sie niederschreibe, bemüht sich mein (Er), Ihnen die Informationen sachlich und verständlich nahezubringen.
Kein noch so objektiver Text kann aber die Sachlichkeit und die Trockenheit eines Telefonbuches erreichen, da der „kleine Professor“ in mir (K) gelegentlich seine persönliche Note hineinrutschen läßt.
Mein kritisches (El) versucht mir einzuhämmern, daß ich diese ganze Materie doch lieber den Leuten überlassen sollte, die sich mit TA seit Jahrzehnten beschäftigen.
Daß ich dieses ganze Kapitel nicht sofort wieder rauswerfe, wird erfolgreich dadurch verhindert, daß mein freies Kind in mir von TA so begeistert ist. Dann kommt noch der ermunternde Zuspruch meines nährenden (El), das sich an all die Teilnehmer erinnert, denen TA eine Menge Erkenntnisse gebracht hat.
Zusätzlich hat mein (El) gehörige Mühe, mein Kind in mir am Schreibtisch zu halten, da mein (f-K) momentan viel lieber MountainBike fahren würde.
Merke:
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Jeder Mensch antwortet und reagiert zu bestimmten Zeiten mit bestimmten Ich-Zuständen.
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Jeder der drei (bzw. Fünf) Ich-Zustände hat seine Vor- und Nachteile, seine guten und schlechten Seiten.
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In jeder Lebenssituation können bestimmte Ich-Zustände unangemessen oder angemessen sein.
Beispiel für unangemessene Ich-Zustände:- Dominanz des freien Kindes (f-K) bei einer Vertragsverhandlung
- Dominanz des angepaßten Kindes (a-K) bei einer sexuellen Interaktion
-
Unsere tragfähigsten Entscheidungen sind diejenigen, die wir im Einklang aller Ich-Zustände treffen:
- mit dem klaren Bewusstsein des Erwachsenen-Ichs
- mit dem ermutigenden Zuspruch des Eltern-Ichs
- mit der natürlichen Begeisterung des Kind-Ichs
-
Der seelisch, geistig gesunde Mensch ist in der Lage, in einer bestimmten Situation den Ich-Zustand seiner Wahl zu besetzen.
Noch ein Tip zum Schluß:
Eine wichtige Hilfestellung im Umgang mit den fünf Ich-Zuständen kann sein, wenn man in einer problematischen Situation folgende Fragen einmal schriftlich für sich durchdenkt:
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Wie heißt das zu lösende Problem?
-
Was würde jedes meiner Eltern-Ichs dazu sagen, tun oder fühlen?
-
Welche Tatsachen und Fakten stehen mir für eine mögliche Lösung zur Verfügung?
Welche Informationen muß ich mir noch beschaffen (Erwachsenen-Ich)? -
Welches sind meine übernommenen Gefühle zu ähnlichen Problemen?
- Welche spontanen Lösungsmöglichkeiten fallen mir ein?
- Welche unbeeinflußten Gefühle (aus dem f-K) habe ich solchen Problemen und Lösungen gegenüber?
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