1.2.2 Warum scheitern so viele Veränderungsvorhaben?
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🟢 Basics
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Wenn sich Menschen beginnen sich mit "Gewohnheiten" auseinandersetzen, geht es meist um ein höheres Ziel: Sie möchten etwas Grundlegendes verändern - zum Beispiel:
- mehr Sport machen
- sich gesünder ernähren
- ihre Finanzen besser aufstellen
Insoweit gibt es meist hinter dem Wunsch, alte Gewohnheiten abzulegen oder sich neue gute Gewohnheiten anzueignen ein bestimmtes Veränderungsvorhaben und ein Ziel.
Aber wozu braucht es dafür "neue Gewohnheiten". Es reicht doch, wenn ich weiss, was ich will (das Ziel) und dann geht es nur noch um eines: Tun.
Vielleicht ist diese Einstellung auch die Ursache, weshalb so viele Veränderungsvorhaben nach einer ersten Welle der Begeisterung (im Januar finden Sie kaum einen freien Parkplatz am örtlichen Fitnessstudio) sich nach oft nach kurzer Zeit wieder verabschieden.
Bevor wir uns dem Thema "Gewohnheiten" nähern, deshalb hier einige Gründe, wie Menschen ihre Vorhaben torpedieren:
1. In der Vorbereitung stecken bleiben
Oft bleiben wir in der Planungs- und Vorbereitungsphase stecken, weil sich Vorbereitung gut anfühlt, aber kein Risiko birgt.
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Der Scheinfortschritt: Dinge zu planen oder zu recherchieren (z. B. einen Trainingsplan erstellen), gibt uns das Gefühl, produktiv zu sein, ohne dass wir uns der Gefahr des Scheiterns oder der Anstrengung der tatsächlichen Ausführung stellen müssen.
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Das Ziel vs. Das System: Während ein Ziel nur den Endpunkt definiert, ist ein System der Prozess, der uns tatsächlich dorthin bringt. Wer nur plant, baut kein System auf, das langfristiges Handeln ermöglicht.
2. Die Falle der Motivationswelle und Willenskraft
Wir verlassen uns oft auf Faktoren, die von Natur aus unzuverlässig sind.
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Die Motivationswelle: Dr. BJ Fogg beschreibt, dass Motivation wie eine Welle funktioniert: Sie steigt kurzzeitig stark an (z. B. nach einem inspirierenden Vortrag), ebbt aber zwangsläufig wieder ab. Wenn die Motivation sinkt, bricht das Vorhaben zusammen, falls die Hürden für die Umsetzung zu hoch sind.
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Die Grenzen der Willenskraft: Willenskraft und Selbstdisziplin werden oft als Allheilmittel gesehen, sind aber begrenzte Ressourcen. Wendy Wood betont, dass der Versuch, langfristige Veränderungen allein durch kognitive Kontrolle und „Sich-Zusammenreißen“ zu erzwingen, fast immer scheitert, da wir keine rein rationalen Wesen sind.
=> mehr dazu: 1.2.3 Das Change Behaviour Modell
3. Überschätzung von grossen Einzelaktionen und Unterschätzung der kleinen Schritte
Wir neigen dazu, die Wirksamkeit massiver Einzelaktionen zu überschätzen und die Kraft kleiner, stetiger Verbesserungen zu verkennen.
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„Klotzen statt Kleckern“
Wir leben in einer Welt der Superlative.
Auf Instagram, TicToc und Konsorten sieht man massenweise Videos von tollen Leistungen (Ultramarathon) und eher selten, wie jemand seine ersten mühseligen Laufversuche beginnt.
Da ist es nicht überraschend, dass wir meinen, nur grandiose Einzelaktionen würden wirklich zählen - und nicht die Menge kleiner Schritte.
Aber welchen Nutzen hätte der jährliche Zahnarztbesuch, wenn man sich nicht auch täglich 2x die Zähne putzt?- Der schönste Jahresurlaub verpufft wirkungslos, wenn wir nicht lernen, auch täglich zur Ruhe zu kommen.
- Auch das gut strukturierte Mitarbeiterjahresgespräch wird nicht viel bringen, wenn wir uns als Führungskräfte nicht täglich um unsere Mitarbeitende kümmern.
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Der Zinseszinseffekt kleiner Gewohnheiten: James Clear verdeutlicht, dass eine Verbesserung von nur 1 % pro Tag nach einem Jahr zu einer fast 37-fachen Steigerung führt. Dennoch ignorieren wir diese kleinen Schritte oft, weil ihr Effekt im Moment unbedeutend erscheint.
Die drei Gründe: Warum scheitern Veränderungsvorhaben?
- Wir bleiben in der "Planungs-und Vorbereitungsphase", weil man hier das Gefühl hat, bereits etwas zu tun, ohne das Risiko auf eventuelle Misserfolge."
- Wir setzen zu viel auf Motivation und Willenskraft, wenn die erste "Motivationswelle" nachlässt. Beide sind recht unzuverlässig beeinflussbar.
- Wir überschätzen die Wirkung von einmaligen großen Aktionen "Klotzen" und unterschätzen die Wirkung von vielen kleinen Handlungen.
Lernpfad:
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