1.3 Das NLP Modellierungsmodell

Level:
🟢 Basics

(Illu) Modellierungsmodell.jpg

Allem Anschein nach reagieren wir auf das, was in unserer Umwelt passiert. Draußen ist es kühl, Sie ziehen sich eine Jacke an. Es regnet, Sie ärgern sich. Jemand kritisiert Sie, Sie fühlen sich angegriffen. Allerdings können diese Reaktionen bei verschiedenen Menschen höchst unterschiedlich ausfallen. Nicht jeder zieht sich eine Jacke über, wenn es kalt ist, und auch nicht jeder ärgert sich über Regen oder fühlt sich angegriffen, wenn er kritisiert wird.

Das identische Ereignis in der Realität kann demnach die unterschiedlichsten Folgen haben. Unsere Reaktion ist also nicht die kausale Folge eines Ereignisses. Wir reagieren nicht auf die Realität, sondern auf unser subjektives, gefiltertes Abbild der Realität (-> 1.4 Konstruktivismus - Wie wirklich ist die Wirklichkeit? – auf unser mentales Modell).

Im NLP gibt es dazu dieses recht einprägsame Modellierungsmodell, das einem immer wieder klar macht:

„Hey, Sie sind nicht Opfer der Umstände. Ganz gleich, was da draußen geschieht – Sie haben einen Anteil an Ihrer emotionalen Reaktion und Ihrem Verhalten.

Unsere emotionale Verfassung und damit unsere Reaktion wird letztlich nicht durch das Ereignis bestimmt, sondern durch unser mentales Modell. Dieses mentale Modell ist ein subjektiv gefiltertes Abbild der Realität. Man könnte auch sagen, es ist die Landkarte, die wir uns von der Welt machen.

Aber die Landkarte ist nicht das Gebiet.
In unserem Modellierungsprozess sind zwei Filter dafür verantwortlich, dass wir Informationen löschen, verallgemeinern oder verzerren.

Zum einen hat der biologische Filter – wie z. B. Stress oder Müdigkeit – einen großen Einfluss darauf, wie Sie ein Ereignis wahrnehmen. Er bestimmt, auf welche Informationen Sie Ihre Aufmerksamkeit richten und welche Bedeutung Sie diesen Fakten geben. Ist es Ihnen auch schon einmal passiert, dass gerade dann alle Ampeln rot waren, als Sie es besonders eilig hatten?

Zum Zweiten beeinflusst der psychologische Filter – Ihre Werte, Interessen, Erfahrungen, Überzeugungen etc. – in hohem Maße Ihr Gefühl in Bezug auf ein Ereignis. Wenn Ihnen z. B. Pünktlichkeit wichtig ist, dann sind die roten Ampeln in unserem Beispiel nicht gerade förderlich für Ihren emotionalen Zustand, was sich höchstwahrscheinlich auch in Ihrem Fahrverhalten äußert.

Nicht die Realität, sondern unser mentales Modell von der Realität beeinflusst unseren emotionalen Zustand und unser Verhalten.

Ein mentales Modell ist weder richtig noch falsch. Vielmehr ist es nützlich oder weniger hilfreich – genauso wie es Landkarten sind. Es macht auch keinen Sinn, mit einem Straßenatlas in der Eifel zu wandern oder mit einer Wanderkarte der Eifel die Autobahnroute von München nach Hamburg zu planen.

Die individuellen biologischen und psychologischen Filter – und damit auch die mentalen Modelle – sind höchst unterschiedlich, was erklärt, dass wir uns hin und wieder über die Sichtweisen oder das Verhalten unserer Mitmenschen wundern.

Take aways:


⬅️ Zurück: 1.1. NLP - Überblick
➡️ Weiter:
⬇️ Tiefer:

Powered by Forestry.md