Das Klötzchen-Modell
Level:
🟢 Basics
"Manchmal kommt es anders, als man denkt."
Das, was ich hier beschreibe, ist nicht nur ein Denkmodell, sondern eine Antwort auf die Frage: "Wie gehe ich eigentlich am besten damit um, wenn es anders kommt, als ich mir vorgestellt habe?"
Beispiele:
- "Ich habe mich so auf den Abend gefreut und jetzt läuft das Gespräch völlig aus dem Ruder."
- "Ich habe fest damit gerechnet, den Auftrag zu bekommen und kurz vor knapp sagt der Kunde ab."
Menschen haben unterschiedliche Strategien mit Situationen umzugehen, wenn es "anders läuft als gedacht."
Bevor wir einsteigen - hier das Modell im 5 min auf den Punkt gebracht:
Video zum Klötzchen-Modell
Haben Sie Probleme, mit Enttäuschungen umzugehen?
Fühlen Sie sich schlecht, wenn die Dinge nicht so laufen wie geplant?
Kann es Ihnen sogar passieren, dass Sie auf andere Menschen ärgerlich sind – und diese bekommen das gar nicht mit?
In all diesen Fällen wurden Sie enttäuscht und fühlen sich als Opfer, das nichts an der Situation ändern kann und dem es zwangsläufig schlecht geht.
Es gibt keine Enttäuschung ohne Erwartung.
Dabei hat eine Enttäuschung auch immer einen positiven Aspekt, denn:
„So wie bei einer Ent-bindung die Bindung aufhört, hört bei einer Ent-täuschung die Täuschung auf“ (Vera F. Birkenbihl).
Welche Psychodynamik beim „Ent-Täuschten“ abläuft und was Sie konkret dagegen tun können, zeigt das Opfer-Gestalter-Modell:
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In der Welt geschieht etwas, in der Realität treten Situationen auf (= die drei Klötzchen auf der Weltkugel: Es regnet, ein Mitarbeiter erscheint später als vereinbart zum Meeting, ein Stau auf der Autobahn oder ein Streit mit dem Partner).
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Diese Situation nehmen wir „wahr“ – im Sinne von „wir halten sie für wahr“.
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Sie haben zu nahezu allem, was geschieht, bewusst oder unbewusst eine Erwartungshaltung (= die drei Klötzchen im Kopf), z. B.: „Es sollte schönes Wetter sein, weil ich eine Motorradtour plane.“ oder „Er sollte mir Bescheid geben, wenn er den Termin nicht halten kann.“
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Unbewusst gleichen Sie die Wirklichkeit ständig mit Ihren Erwartungen ab und sind im Falle einer Abweichung enttäuscht.
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Obwohl diese Ent-Täuschung zunächst lediglich eine Information darstellt, ist Ihr Gefühl dazu negativ. Die Enttäuschung fühlt sich schlecht an. Sie wollen nun etwas tun, um dieses Gefühl loszuwerden.
Die bisherige Strategie:
- Ihre Lösung: Sie finden etwas oder jemanden, dem Sie die Schuld dafür geben können, dass die Realität anders ist als Ihre Erwartung. Und dieser andere Mensch muss nicht einmal von der „Klötzchen-Sache“ etwas wissen. Durch diesen mentalen Kunstgriff kreieren Sie Ihre eigene Realität, die sich aus Ihren Erwartungen und einem Schuldigen zusammensetzt. Das scheint auf geheimnisvolle Weise das schlechte Gefühl zu mildern.
- Die Regierung sollte....
- Mein Partner sollte ....
- Allerdings geben Sie mit der Schuld auch Ihren eigenen Einfluss und damit Ihre Selbstwirksamkeit ab.
- Sie fesseln sich gewissermaßen selbst. Sie können nichts ändern, denn das kann ja nur der Schuldige. Solange Sie sich als "Opfer" fühlen und den anderen als "Täter" fühlen Sie sich schlecht. An der Situation wird sich nichts ändern.
- Wenn Sie sich in solchen Momenten bewusst machen, dass Sie nicht darauf warten müssen, bis der vermeintlich Schuldige handelt, sondern selbst zum Gestalter werden können, entsteht eine neue Möglichkeit: Sie können entweder die Realität verändern – zum Beispiel das Meeting einfach ohne den Mitarbeiter beginnen – oder zumindest Ihr Gefühl dazu.
Take away:
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Sie können entscheiden, ob Sie Opfer oder Gestalter bist. Machen Sie sich dir Falle einer Enttäuschung klar, dass Sie nicht zwangsläufig das Opfer sind, nur weil Ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden.
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Werden Sie wieder zum Gestalter, nutzen Sie Ihren Einfluss => Einflusskreis und verändern Sie „die Klötzchen“ in der Realität.
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Falls dies nicht möglich ist, verändere deine Erwartungshaltung und bauen Sie Ihre Klötzchen um.
Level:
🟢 Basics
Mehr zu diesem Thema gibt es im Deep-Dive:
=> Alle drei Strategien im Detail
=> Welche der drei Strategien haben welche Vor- und Nachteile?
Strategie 1 (Schuldzuweisung): erleichtert zwar kurzfristig - aber...
Strategie 2: in der Realität aktiv werden: Aktionismus, um nicht an sich selbst zu arbeiten
Strategie 3: Klötzchen im Kopf umbauen: -> Reframing -> dysfunktional dann, wenn es gewohnheitsmässig passiert, oder aus der Intention, "draußen" Konflikte zu vermeiden.
Zuviel des Guten -> Wertequadrat
Konseqenz: Den zugang zu den eigenen Bedürfnissen verlieren
Erwartungshaltung: "Er sollte" => Ändern oder annehmen was ist. -> The Work Byran Katie