1.2.3 Das Change Behaviour Modell
Level:
🟡 Fortgeschritten
Kennst du diese dunklen Momente, wo Gedanken auftauchen wie: „Wäre ich doch nur disziplinierter und konsequenter, dann würde ich meine Ziele erreichen. Wenn ich mich doch nur besser motivieren könnte, dann würde ich meine Vorhaben auch durchziehen“? Warum scheitern wir so oft mit unseren persönlichen Veränderungsvorhaben?"
Warum sind am 2. Januar die Parkplätze am Fitnessstudio überfüllt und 14 Tage später wieder leer?
Das Change-Behavior-Modell des US-amerikanischen Verhaltensökonomen B.J. Fogg besagt, dass ein neues Verhalten immer drei Komponenten braucht: 1. Motivation, 2. die Machbarkeit, es zu tun, und 3. einen Auslöser, der daran erinnert, es zu tun.
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Wenn z.B. an einem heißen Sommertag (Motivation: große Lust auf Abkühlung) ein Eisverkaufswagen unmittelbar vor den Badegästen anhält (Machbarkeit: nur ein paar Schritte) und mit einer Glocke (Auslöser) auf sich aufmerksam macht, dann ist der Andrang schnell groß. Dieselbe Situation an einem kühlen Herbsttag (= wenig Motivation, Eis zu essen) oder 1,5 km entfernt (= beschwerlich, so weit zu laufen) verhindert das Verhalten mit großer Wahrscheinlichkeit.
Ist die Motivation also zu gering, das Verhalten zu aufwändig oder kein Auslöser vorhanden, findet schlichtweg kein Verhalten statt. Oder anders ausgedrückt: Erst wenn alle drei Faktoren, Motivation, Machbarkeit und Auslöser, gegeben sind, findet ein Verhalten statt. „Motivation ist
eine launenhafte Diva.“
Bei persönlichen Veränderungen, z.B. mehr Sport zu treiben, ist – zumindest am Anfang – die Motivation oft hoch. Doch Motivation ist nur sehr schwer beeinflussbar, mal ist sie da, mal ist sie verschwunden. Die Versuche, sich selbst dauerhaft zu motivieren, sind letztlich zum Scheitern verurteilt.
Daher gibt es einen besseren Weg, als auf die Motivation zu setzen: Was wir viel einfacher beeinflussen können, ist die Machbarkeit. Statt Ziele sehr hoch zu setzen, ist es sinnvoller zu überlegen, wie die Machbarkeit leichter und einfacher gestaltet werden kann. Hierfür gibt es je nach beabsichtigtem Verhalten sehr viele Möglichkeiten. Viele Verhaltensweisen werden einfacher, wenn man sie vorbereitet, also z.B. die Yogamatte und Sportutensilien bereits am Vorabend bereitlegt.
„Und was ist mit Disziplin?“ Natürlich ist ein gewisses Maß an Disziplin notwendig. Allerdings haben wir alle die Erfahrung gemacht, dass Disziplin oft schnell wieder nachlässt, wie ein Muskel, der ermüdet.
Nur mit Disziplin allein erreicht man keine langfristigen Ziele. Menschen, die auf den ersten Blick sehr diszipliniert erscheinen, haben oft einfach nur sehr kreativ an der Machbarkeitsschraube gedreht.
Kurzum: Aus verhaltensökonomischer Sicht ist es sinnvoll, die Machbarkeit für ein gewünschtes Verhalten zu erhöhen, indem wir es leichter machen und dafür sorgen, dass es einen Auslöser gibt, der uns daran erinnert, was wir uns vorgenommen haben. Die üblichen Ansatzpunkte Motivation und Disziplin führen oft nicht zu dem gewünschten Ergebnis.
Dies gilt übrigens auch im Umgang mit anderen Menschen. Hör auf, an die Motivation oder Disziplin deiner Mitarbeiter oder Kinder oder Partner zu appellieren. Überlege dir, wie du das Verhalten, dass du dir wünschst, leichter machen kannst, und sorge dafür, dass sie zum richtigen Zeitpunkt daran erinnert werden.
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Take away:
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Hören Sie auf zu hadern, wenn Sie wieder einmal unmotiviert bist.
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Seien Sie nachsichtig mit sich, wenn Sie undiszipliniert waren.
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Überlegen Sie sich stattdessen, wie Sie Ihr gewünschtes Verhalten einfacher, kürzer, kleiner etc. gestalten können.
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Gestalten Sie Ihr Umfeld so, dass Sie an Ihr Vorhaben erinnert werden und dass Sie es dann einfach ausführen können.
Lernpfad-Gewohnheiten:
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