Was sind Denkwerkzeuge?

Denkwerkzeuge sind keine Methoden à la „Führe die Schritte 1, 2 und 3 aus und dann bekommst du automatisch das gewünschte Ergebnis 4.“ Sie sind keine Kochrezepte, die du einfach blind nachkochen kannst. Du musst sie ausprobieren, kritisch hinterfragen und auch wieder beiseitelegen, wenn sie nicht zu deiner aktuellen Problemstellung passen. Denkwerkzeuge sind eher wie ein Set edler Messer in deiner Küche. Kein Messer sagt dir, wie du
es handhaben sollst.

Denkwerkzeuge regen zum Perspektivenwechsel an.

Oftmals stecken wir fest, da wir aus einer ganz bestimmten Sichtweise nicht herausfinden. Denkwerkzeuge helfen dir, andere Blickwinkel aufzutun und neue Handlungsmöglichkeiten zu sehen. Jedes dieser Denkwerkzeuge hat Modellcharakter. Kein Modell erfasst alle Eigenschaften der Realität. Es fokussiert deine Aufmerksamkeit auf einige wenige relevante Aspekte und blendet andere aus.

Es sind geistige Werkzeuge, die dir helfen können, private und berufliche Alltagssituationen anders zu betrachten. Wenn du mit ihnen arbeitest, ist dies, als wenn du eine spezielle Brille aufsetzen würdest, eine Brille, die vieles ausblendet und wenige, aber relevante Aspekte besonders hervorhebt. Plötzlich kannst du die aktuelle Situation aus einem neuen Blickwinkel sehen. Im besten Fall ermöglicht dir diese neue Sichtweise neue Handlungsoptionen.

Denkwerkzeuge sind nicht unbedingt wahr, aber in der Regel hilfreich.

Kritische Stimmen weisen gern darauf hin, dass solche Denkmodelle niemals eins zu eins die Wirklichkeit widerspiegeln. Das ist richtig. Aber auch eine Wanderkarte entspricht nicht der Wirklichkeit und ist dennoch nützlich – für den, der sie richtig lesen kann.

Im Gegensatz zu Regeln, an die man sich unbedingt halten muss, sind Modelle üblicherweise wahr, aber eben auch nicht immer. Sie sind in der Regel hilfreich, aber manchmal auch nicht.

Der britische Statistiker George E. P. Box (1919–2013) sagte:

„Alle Modelle sind falsch, aber manche sind brauchbar.“

Was bedeutet der Satz?

„Alle Modelle sind falsch, ... …“

Wenn du deine „Fehler-Fokus-Brille“ trägst, wird es dir leicht fallen, für jedes Denkwerkzeug eine Ausnahmesituation zu finden, in der dieses Werkzeug nicht funktioniert. Keine Idee der Welt ist vollkommen und für jedes Denkwerkzeug wirst du die Ausnahme von der Regel finden, wenn du nur lange genug suchst.

„ …..., aber manche sind brauchbar.“
Die Existenzberechtigung von Modellen liegt laut George Box also nicht darin, dass sie in manchen Situationen nicht hilfreich sind, sondern darin, dass sie es in den meisten sind.

Es gibt immer eine Diskrepanz zwischen Modell und Wirklichkeit. Die Karte ist nicht die Landschaft, der Bauplan nicht das Haus und die Speisekarte ist nicht das Essen.

Also: Lass uns ein Hilfsmittel – und nichts anderes sind diese Denkwerkzeuge – nicht danach bewerten, ob es perfekt ist, sondern ob es dir hilft, ein Problem zu lösen oder zumindest eine Situation anders zu betrachten als bisher.

Diese Denkwerkzeuge sind also keine Wahrheiten – es sind praktische Werkzeuge. Mit einem Sparschäler kannst du keinen Garten umgraben und mit einem Hammer keine Wand tapezieren. Aber du kannst sehr wohl mit einem Zollstock ein Bier öffnen. Es geht zwar nicht ganz so gut wie mit einem Flaschenöffner, aber es funktioniert.

Um dir etwas Orientierung zu geben, haben wir die Denkwerkzeuge in vier Kapitel eingeteilt:

Kapitel 1: Persönlichkeit & Entwicklung

Kapitel 2: Kommunikation & Konflikte

Kapitel 3: Team & Organisation

Kapitel 4: Change & Transformation

Diese Einteilung dient deiner Übersicht, sie ist keinesfalls trennscharf. So kannst du z.B. vieles aus dem Kapitel „Persönlichkeitsentwicklung“ auch in der Kommunikation mit anderen Menschen anwenden. Probiere einfach aus, in welchen Situationen dir welche Denkwerkzeuge helfen. Vielleicht findest auch du e

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